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Die Spvgg. feierte im Jahre 2008 ihren 75. Geburtstag, doch eigentlich wäre der Verein schon 80 Jahre alt, denn bereits 1928 gründeten sportbegeisterte Hambacher die DJK Hambach, in der vor allem die Mannschaftsspiele Handball, Faustball und Schlagball gepflegt wurden, Fussball war damals noch nicht gesellschaftsfähig und galt als roher Sport. Dass das Vereinsleben aber sehr rege war, beweisen die 500 Zuschauer, die 1931 dem DJK-Treffen beiwohnten.


Nach der Machtergreifung Hitlers wurden die DJK-Vereine verboten und deshalb gründeten Engelbert Hofmann, Kaspar Vollmuth Anderas Reuß, Ludwig Seufert, Rudolf Hofmann, Canisius Seufert und Wilhelm Warmuth 1933 einen neuen Verein. Beim Namen des neuen Vereins lehnte man sich an die Spvgg. Fürth an, die in den zwanziger Jahren sehr erfolgreich war (u.a. zwei deutsche Meisterschaften) und nannte sich deshalb Spvgg. Hambach.


Die 30er Jahre:

Die politischen Verhältnisse ließen eine sportliche Betätigung auf Vereinsebene kaum zu, erst ab 1939 gab sich der Verein eine eigene Satzung und bot eine eigene Fussballmannschaft auf.


Die 40er Jahre:

Das zarte Pflänzchen Fussballsport wurde durch Beginn des 2. Weltkrieges wieder zunichte gemacht, da fast alle Sportler eingezogen wurden.
Viele Vereinsmitglieder kehrten auch nicht mehr aus dem Krieg zurück. Dennoch nahm man bereits 1946 mit Unterstützung von Fussballern aus Dittelbrunn und Pfändhausen wieder am Spielbetrieb teil, denen im Rahmen der Flurbereinigung ein neuer Sportplatz, ohne das große Gefälle des alten, zur Verfügung gestellt wurde. Auch Schach und Korbball konnten gespielt und Leichtathletik betrieben werden.
Um die Finanzen aufzubessern wurde Theater unter Engelbert Hofmann gespielt, Z. B.  betrugen die Einnahmen an Weihnachten 1949 erstaunliche 481,70 DM. Wegen der großen Notlage musste aber 1948 der Monatsbeitrag von 0,50 auf 0,30 DM gesenkt werden.
Erstes Ehrenmitglied des Vereins wurde Otto Schenk, der 1948 Deutscher Straßenmeister im Radsport geworden war.


Die 50er Jahre:

Die 50er wurden im sportlichen Bereich geprägt von einem ständigen Auf und Ab der 1. Fussballmannschaft. So stiegen sie 1952 und 1956 in die
B-Klasse auf, mussten aber 1955 und 1958 diese Klasse jeweils wieder verlassen. Erfreulich waren auch die Gründung einer Schüler- und Jugendmannschaft und der Ausbau des Sportplatzes.
In den Monatsversammlungen wurde das Vereinsleben gepflegt und u.a. beschlossen, dass 24 Std. vor einem Wettkampf kein übermäßiger Alkoholgenuss erlaubt ist und dass, wer dreimal an den Monatsversammlungen fehlt, aus dem Verein ausgeschlossen wird.


Die 60er Jahre:

Die finanzielle Situation des Vereins besserte sich, aber nicht durch die Mitgliedsbeiträge, sondern durch Aktionen wie: Pokalturniere, Theaterabende und Maskenbälle.
Im Rahmen des 30jährigen Jubiläums wurden die Korbballabteilung unter der Leitung von Helene Röder und die Faustballabteilunng unter der Leitung von Peter Kluge wieder gegründet, letztere stellte aber nach drei Jahren den Betrieb wieder ein.
Am Sportplatz entstanden Mitte der 60er Jahre zwei Wasch- und Duschräume, eine weitere Umkleide- und eine Übungsleiterkabine, die leider durch eine Gasexplosion stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.. 1969 wurde das neue Vereinsheim, das vor allem mit der tatkräftigen Unterstützung von Alfred Walter errichtet wurde, eingeweiht.
Sportlich ging es im Verein weiter aufwärts, so stieg die 1. Fussballmannschaft 1967 in die B-Klasse auf, es wurde eine 2. Schülermannschaft angemeldet, die Schachabteilung feierte 1967 ihr 10jähriges Bestehen, die Korbballmannschaft wurde 1969 Erster und beim Frauenturnen musste, da mehr als 42 Frauen teilnahmen, eine zweite Gruppe gebildet werden.
Auch die Zahl der Mitglieder stieg ständig an. Zählte man 1966 noch 168 Mitglieder, so waren es 1969 bereits 225.
Auch die Pflege des Platzes verbesserte sich ständig. Während 1956 noch darauf hingewiesen wurde, dass kein Vieh auf dem Platz gehütet werden dürfe, wurde er 1958 sogar verpachtet und ab 1967 wurde er erstmals mit einem Motorrasenmäher gemäht.
 


Die 70er Jahre:

Die 70er waren geprägt von einer stürmischen Aufwärtsentwicklung, an der Siegmund Frebel, der von 1971-1979 den 1. Vorsitz führte, großen Anteil hatte. Zum starken Mitgliederzuwachs (1975: 556 Mitglieder, 1978: 620 Mitglieder) trugen auch die neuen Abteilungen bei. So kamen 1970 die Abteilung Kinderturnen, 1971 die Abteilung Tischtennis die von Frau Dusel geführt wurde, 1973 die Abteilung Volleyball unter Leitung von Erich Geißler und Karl Ulsamer und 1976 die Schützenabteilung, die zuerst in der alten Raiffeisen schoss, zum Verein hinzu. Auch eine Fussballseniorenmannschaft gründete sich 1972. Dieser starke Mitgliederzuwachs führte auch dazu, dass man sich Gedanken über ein neues Sportgelände und ein neues Sportheim machte. In der Folgezeit wurde viel diskutiert und unter starker Mithilfe der Gemeinde ein neues Vereinsgelände mit einem neuen Vereinsheim geplant. Um das Vorhaben auch finanzieren zu können, war es gut, dass sich die Wanderabteilung 1972 dem Verein anschloss, denn ihre Internationalen Wandertage erwiesen sich bald als großer Renner, vor allem auch in finanzieller Hinsicht. So blieben z.B. beim Volksmarsch 1976 mehr als 7400 DM übrig. Das Geld wurde dringend benötigt, denn inzwischen hatte man sich auf den Bau eines Vereinsheimes geeinigt, das nach Abzug der Eigenleistung noch ca. 360000 DM kosten sollte. Sowohl für das Freisportgelände, das die Gemeinde erstellte, als auch für den Bau des Sportheimes erfolgte der erste Spatenstich im März 1978. Während das Sportheim, um dessen Baufortschritt sich vor allem der 1979 neu gewählte Vorsitzende Wildanger kümmerte, bereits im September 1979 neu seiner Bestimmung übergeben werden konnte, wurde der neue Sportplatz im Juli 1980 eingeweiht.
Zwei besondere Highlights in den 70ern waren noch das Erreichen des Viertelfinales im DFB-Pokal der 1. Mannschaft, die gegen den Bayernligisten Hassfurt vor 800 Besuchern knapp mit 1:3 unterlag und das 40jährige Jubiläum, bei dem Engelbert Hofmann zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

80er bis heute

 

Die 80er Jahre:

Das neu errichtete Sportheim wurde zunächst in Eigenregie bewirtschaftet, aber bald einigte man sich darauf, die Gaststätte an einen Wirt zu verpachten. 1980 kehrte die Kultur im Verein ein, denn die Jugendblaskapelle schloss sich unter der Leitung von Adam Faulhaber der Spvgg. an.
Leider löste sich diese Kapelle aber bereits 1984 wieder auf.
Die Mitgliederzahl, die schon in den 70ern weiter rapide angestiegen war, kletterte auch in den 80ern weiter nach oben. Gehörten dem Verein 1981 noch 643 Mitglieder an, so stieg diese Zahl bis 1988 auf 802 Mitglieder. Die meisten dieser Neumitglieder schlossen sich dem Kinderturnen und der neu gegründeten Frauenaerobicgruppe an. Mitte der 80er Jahre bestand der Verein aus folgenden Abteilungen: Fussball-Aktiv, Fussball-Senioren, Jugendfussball, Volleyball, Schützen, Schach, Wandern, Frauen-Gymnastik, Aerobic, Kinderturnen, Freizeitgruppe und Korbball. Um die durch den Sportheimneubau etwas angestrengte Finanzsituation zu verbessern, wurden diverse Feste abgehalten. so organisierte z.B. die Freizeitgruppe ein Leichtathletikfest, die Schützen ein Schützenfest und die Korbballer ein Korbballturnier. Auch die Wanderer und die Jugendfussballer trugen dazu bei, dass beispielsweise 1986 inklusive der Kirchweih ein Reingewinn von 21000 DM aus solchen Veranstaltungen erzielt werden konnten.
Auch sportlich hatte die Spvgg. in den 80ern große Erfolge aufzuweisen. Vor allem die Korbballer, die mit 16 Mannschaften größte Abteilung Deutschlands waren, errangen erstmals mit der Schülermannschaft für Hambach den Deutschen Meistertitel. Die 1. Fussballmannschaft stieg 1988 in die Bezirksliga auf, musste allerdings ein Jahr später wieder in die A-Klasse zurück. Auch die Seniorenfussballer spielten stark auf und vertraten Unterfranken 1987 bei der Bayerischen Meisterschaft. Geleitet wurde der Verein 1984 - 88 von Edmund Schöller und ab 1988 von Ewald Röder, auf dessen Initiative auch die Gründung einer weiteren Abteilung, nämlich der Theaterabteilung unter der Führung von Bernd Beck im Jahr 89 zu verdanken war.


Die 90er Jahre:

Nachdem alle größeren Baumaßnahmen abgeschlossen waren, konnte man sich in den 90ern auf den Sport konzentrieren und der erlebte einen Aufschwung auf breiter Front. So konnten z.B. 1990 die Korbball-Minis 100 Siege in Folge feiern und der Schach-Abteilung gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse. Der sportliche Aufschwung ging leider etwas an der 1. Fussballmannschaft vorbei, die 1991 in die damalige B-Klasse abstieg und seit dieser Zeit Mitglied dieser Staffel ist.
Nach einigen Jahren der Ruhe begann auch wieder eine kleine Bauphase. So wurde 1991 ein neues Kassenhäuschen errichtet, die ehemalige Kugelstoßanlage in einen Bolzplatz verwandelt und im Sportheim wurde eine Trennwand eingebaut. Im Jahr 1993 feierte man ein “bestens durchorganisiertes” 60jähriges Vereinsjubiläum mit einem bunten Programm.
Ein Dauerthema der 90er Jahre waren die Kirchweihen, die bis 1998 auf dem Parkplatz vor dem Sportheim abgehalten wurden. Trotz großen Aufwands blieben, auch wegen des teilweise schlechten Wetters, nicht die erhofften Gewinne übrig, so dass man sich entschloss, nachdem es 1998 zu juristischen Streitigkeiten mit einem Nachbarn kam, die nur mit viel List abgewehrt werden konnten, die Kirchweihfeiern künftig in der Tennishalle zu veranstalten.
Sehr positiv trat auch die erst 1989 gegründete Theaterabteilung in Erscheinung, die nicht nur durch ihre künstlerischen Darstellungen zu überzeugen wusste, sondern auch den Verein finanziell unterstützte. Daneben konnten auch viele Kinder und Jugendliche für das Theaterspielen begeistert werden.
Wie oben schon erwähnt, brachten die 90er der Spvgg. große sportliche Erfolge, die über die Region hinausgingen. So gelang es den Korbballern mehrfach Bayerische aber auch Deutsche Meistertitel einzuheimsen. Daneben machten auch die Schützen von sich reden, stellten sie doch mehrfach mit Kathrin Günther und Sebastian Lück Deutsche Meister. Auch die Schützenjugend, die 1997 Bayerischer Meister wurde, vertrat den Verein erfolgreich.
Auch die übrigen Abteilungen , wie z.B. die Frauenaerobic, bzw. - Gymnastik oder Kinderturnen fanden großen Zulauf, so das der Verein am Ende der 90er Jahre und Anfang des neuen Jahrtausends mit 990 Personen, die auf 13 Abteilungen verteilt waren, seinen höchsten Mitgliederstand erreichte. Großen Anklang fand das seit Mitte der 90er eingeführte dreitägige Sportfest, auf dem alle Abteilungen neben dem Spaß auch ihr Können präsentieren konnten.


Der Verein im neuen Jahrtausend:

Auch die ersten Jahre des neuen Jahrtausends waren geprägt von einer breiten sportlichen und kulturellen Betätigung. Kulturell deshalb, weil es in der Theaterabteilung neben den Erwachsenen noch eine Jugend- und Schülergruppe gibt, die mit ihren Auftritten die Zuschauer begeistern. Sportliche Erfolge wurden vor allem nach wie vor von den Schützen eingeheimst, bei denen sich besonders Florian Kress und Marion Metzger hervortaten, die sich mit Deutschen Vizemeistertiteln schmücken konnten. Alle Erfolge wären aber ohne den selbst noch erfolgreichen Schützen (Bayerischer Meister 2004) H. Hillus undenkbar. Auch die Korbballer festigten mit diversen bayerischen Titeln, aber auch Deutschen Meisterschaften (Frauen 2003,2004,2005,2009) den Ruf Hambachs als Korbballhochburg. Die Fussballjugendmannschaften unterstrichen auch mit den Meisterschaften in verschiedenen Altersbereichen, dass bei der Spvgg. von den vielen ehrenamtlichen Helfern eine sehr gute Nachwuchsarbeit betrieben wird. Nicht ganz so gut wie im Sportlichen Bereich lief es teilweise auf Funktionärsebene. Als Lukas Hartung, der sein Amt 1996 von K. Wildanger übernommen hatte, sein Amt 2003 übergeben wollte, fand sich erst nach mehrmaligem Anlauf eine neue Vorstandschaft unter der Leitung von Uli Swoboda bereit, das Vereinsschiff zu steuern. Ähnliche Probleme tauchten auch 2007 auf, als es auch erst nach mehreren Sitzungen gelang, eine neue Führung unter Reinhold Geißler zu installieren. Seit Mitte der 90er Jahre gab es auch immer wieder Probleme mit der Besetzung des Sportheims mit geeigneten Wirten, die leider relativ kurzfristig wechselten, was teilweise an überzogenen Erwartungen der Wirte, aber auch an mangelnder Unterstützung der Mitglieder lag.
Die neue Vorstandschaft ging auch mit großem Elan ans Werk und erstellte im Herbst 2007 eine Umkleidekabine mit Dusche für die Schiedsrichter und eine Abstellhalle am Ende des grünen Platzes.
Am Anfang des Jubiläumsjahres gehörten dem Verein 822 Mitglieder an, die in den 13 Abteilungen Sport treiben. Neben den Fussballern, den Korballern, den Schützen, der Tischtennisabteilung nahmen auch die Schachspieler am Wettkampfgeschehen teil. In den übrigen Abteilungen steht die sportliche Betätigung und die Pflege der Gemeinschaft im Vordergrund.

Erstellt von L. Hartung